Gehirn und ADHS
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Gehirn und ADHS

Ein systemtheoretischer Ansatz zur Arbeitsweise des Gehirns und zur Ursache der AufmerksamkeitsDefizitHyperaktivitätsStörung

 

Zum Hintergrund

Mein erstes Buch hatte sich vorwiegend an Eltern und selber betroffene Erwachsene gerichtet. Vier Jahre danach schrieb ich „Gehirn und ADHS“, und dieses Buch hatte eine teils systemtheoretische, teils philosophische Ausrichtung. Damit hatte ich mein ursprüngliches Fachgebiet verlassen. Da ich meine Idee immer noch nicht zu einer tragfähigen Theorie entwickeln konnte, war mir klar geworden, daß ich auf dem naturwissenschaftlichen Weg auch nicht zu einer Lösung finden würde. In den vergangenen Jahren waren weitere Schwierigkeiten aufgetreten, Fragen, die sich auf dem eingeschlagenen Weg nicht mehr hatten beantworten lassen.  Die einfache Beschreibung der Unterschiede anhand der beiden Regeln reichte nicht aus, um die richtige Erklärung des ADHS-Phänomens publik machen zu können. Mir fehlten Kenntnisse, die für ein tieferes Verständnis notwendig waren. So wechselte ich den Bezugsrahmen. Den neuen Rahmen, den ich mit diesem Buch vorstellen wollte, bildet die Systemtheorie, und ohne sie waren weder die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns noch die zugehörigen Systeme wie Repräsentationsebene (Gedächtnis, Aufmerksamkeit) und Bewusstsein zu erklären.

Für die Darstellung der einzelnen Kapitel habe ich die Briefform gewählt. Sie machte es mir einfacher,  komplexe und neuartige Sachverhalte zu erklären. Als Ansprechpartner hatte ich Peter Albertz gewählt, der bereit war, mein Buch zu lektorieren, da ihn das Thema ebenfalls beschäftigt.

 

 

Zum Inhalt

Das Buch unterteilt sich in drei Abschnitte. Im ersten wird der systemtheoretische Ansatz vorgestellt, im zweiten geht es um die Arbeitsweise und im dritten, dem Anhang, wird auf die ADHS unter dem Störungsblickwinkel und die Diagnosekriterien nach dem DSM IV eingegangen. Er enthält außerdem das Literaturverzeichnis, das Namen- und Sachregister sowie ein Verzeichnis der Abbildungen.

 

 

Fünf Thesen

Mit diesem Buch habe ich fünf Thesen aufgestellt: die erste war damals schon eine Theorie, die der prädikativen vs. funktionalen Art logischen Denkens. Doch da ich mit diesen Begriffen auch das ADHS-Phänomen und das „normale“ Denken und Verhalten erklärte, zählte ich sie zu den Thesen.

Das nächste Kapitel war der Erläuterung der Systemtheorie und deren Begriffen gewidmet, da sich schon damals herauskristallisierte, daß sie zur Erklärung der Arbeitsweise des Gehirns eine entscheidende Rolle spielen würde. Ihm folgte die zweite These, die universelle Regel als neues Paradigma. Diese Regel stelle ich in ihrer Grundform vor und erläutere sie anhand verschiedener Beispiele. Zu diesem Zeitpunkt wußte ich noch nichts von ihrem Zusammenhang mit der Kausalität. Als dritte These hatte ich die die Beobachtungsfunktion der Aufmerksamkeit genannt und ihren unterschiedlichen Zugriff beschrieben, der je nachdem, ob ein Gehirn prädikativ (‚normal‘) oder funktional (inklusive ‚ADHS‘) arbeitet, statisch oder dynamisch greifend erfolgt. Dieser erste Teil des Buches schließt mit einem Kapitel zu den derzeitigen Vorstellungen zum menschlichen Gedächtnis ab.

 

Der zweite Abschnitt, in dem es um die Arbeitsweise des Gehirns geht, beginnt mit einem Kapitel zu den Abläufen, bevor als vierte These das dynamische Gedächtnis postuliert wird, das sich in drei Perioden unterteilt. Daran hat sie bis heute nichts geändert. Als fünfte These beschrieb ich das Bewußtsein und die Beobachtungsfunktion des „Ich“.

 

Der Abschnitt zur Arbeitsweise der Gehirne enthält als vierte These die Behauptung, das menschliche Gedächtnis sei dynamisch und kein ‚Speicher‘ in dem unser Wissen aufbewahrt wird. Mit der fünften These wagte ich mich auf ungesichertes Neuland, indem ich die Behauptung aufstellte, Bewusstsein sei ein System, welches nicht aus den Prozessen auf neuronaler Ebene hervorgeht. Mit dieser Behauptung widerspreche ich einigen der derzeit aktuellen Annahmen.

Die beiden folgenden Kapitel sind noch einmal dem Gedächtnis gewidmet, diesmal aus der geänderten Sicht. In ihnen werden die Prozesse, die ich im ersten Buch etwas summarisch beschrieben hatte, noch einmal unter systemtheoretischen Aspekt dargestellt. Mit der Behauptung, unser Gedächtnis sei dynamisch, stellt sich zudem die Forderung nach seiner Struktur: Wie ist ein solches Gedächtnis aufgebaut? Da es nicht statisch ist und keine „Orte“ enthält, in denen die verschiedenen Inhalte unseres Wissens aufbewahrt werden, wird es als ein periodisch ablaufendes System beschrieben.  Anschließend folgt ein Kapitel mit Anmerkungen zur funktionalen Variante und zur Aufmerksamkeitsdefizitstörung, in welchem noch einmal die Unterschiede zur ‚normalen‘ Art hervorgehoben werden. Dieses Kapitel enthält zwei Zeichnungen, die eines als ‚normal‘ geltenden Kindes und die eines Kindes, das als funktional gilt. In beiden Zeichnungen kommt die jeweilige Art sehr schön zum Ausdruck Der zweite Teil endet mit einer Zusammenfassung der aufgestellten Thesen.

 

 

Fazit

Wie erwähnt wurde dieses Buch von meinem Lektor Peter Albertz durchgesehen. Nach der Durchsicht schrieb er in einem kurzen Kommentar, das Buch sei logisch aufgebaut, stringent und in sich konsistent. Es habe nur einen Nachteil: es lasse keine andere Sicht mehr zu.

Letzteres ist, was auch mir klar war, weshalb ich von einem Paradigmenwechsel gesprochen habe.

 

Das Buch ist 2008 im Centaurus-Verlag erschienen. Dieser wurde im März 2015 vom Springer Verlag übernommen.

 

Zum vierten Buch: Die universelle Regel. Wie über die Regelung der Informationsverarbeitung die Welt im Kopf entsteht

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Illustrationen
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