Untergang des Abendlandes?
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Der Untergang des Abendlandes?

Als im Oktober 2014 eine kleine Gruppe von Demonstranten, die sich PEGIDA nannte, auf die Straßen ging, rief ihr Protest die unterschiedlichsten Reaktionen hervor: von Spott  und Häme über Gleichgültigkeit und Unsicherheit bis zu Empörung, übelster Beschimpfung und Haß; von (vorsichtiger) Zustimmung bis zu bösartigen Verbalinjurien war so ziemlich die gesamte Palette verbaler Reaktionen vertreten. Die Positionen, die von der Gruppe selbst und ihren Gegnern vertreten werden, lesen sich folgendermaßen:

Auf der Homepage von Pegida steht: „PEGIDA versteht sich als politische Bewegung, welche ideologiefrei die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit aufgreift und gemeinsam mit der Bevölkerung Lösungen finden und umsetzen will. (…)Der Schutz und der Erhalt unserer deutschen Identität muss Verpflichtung der Regierenden sein!(…) Respektvoller Umgang mit unserer Kunst, Kultur, Sprache und unseren Traditionen.“

Die Gegenseite, hier vertreten durch Wikipedia, sieht  in ihr:

„Pegida, kurz für Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Eigenschreibung PEGIDA), ist eine islam- und fremdenfeindliche, völkische, rassistische und rechtspopulistische Organisation.“

 

Während also die Gruppe selbst sich als eine Bewegung sieht, die ihre konservative Einstellung und ihre Ziele beschreibt, ist die Gegendarstellung keine Beschreibung, sondern eine Wertung. Sie ist ein abwertendes Urteil, das auf persönlicher Ebene liegt, keine sachliche Beschreibung der Inhalte und Ziele enthält, und für den, der sich kundig machen möchte – Wikipedia versteht sich als universales digitales Lexikon – keine Möglichkeit anbietet, sich ein eigenes, unabhängiges Urteil zu bilden.

Doch nicht die Spaltung der Gesellschaft, die in diesen Positionen zum Ausdruck kommt, ist Thema dieses Aufsatzes, sondern der im Titel genannte Begriff „Abendland“: Was bewegt eine Gruppe von Menschen dazu, ihrer Gemeinschaft einen Namen zu geben, der den antiquierten Begriff „Abendland“ im Titel trägt, und welche Sorge treibt diese Gruppe um?

Der Kulturhistoriker Oswald Spengler unternahm in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts den Versuch, in einem Vergleich mit sieben anderen Hochkulturen die Frage zum künftigen Schicksal unserer Kultur zu untersuchen. Er nannte sein Werk „Der Untergang des Abendlands“ und listete darin eine Reihe von Faktoren auf,  von denen er meinte, daß sie einen bevorstehenden Untergang kennzeichnen. Doch was ist das Abendland , von dem Spengler meint, daß es untergeht?

Als mein Mann und ich 1968 heirateten, erhielten wir vom Standesbeamten ein Familienstammbuch. In ihm sollten Dokumente aufbewahrt werden, die die Gründung  der Familie beurkundeten, also Heirats-, Geburts- und Sterbeurkunden. Das Stammbuch enthält im hinteren Teil Informationen zum „Recht und Gesetz im Leben der Familie“, verfaßt von einem Juristen und Staatsbeamten, Prof. Dr. Hans G. Ficker. Er beginnt mit dem Satz: „Als die germanischen Stämme aus dem Grau der Vorzeit in die Geschichte des Abendlandes eintraten, war die Einehe bei ihnen bereits die einzige legitime Form der Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau …“.

Nach dieser Beschreibung gehörten also die germanischen Stämme zunächst nicht zum Abendland, und auch das Römische Reich noch nicht. Erst gemeinsam schufen sie, die ehemaligen germanischen Stämme und der westliche Teil des ehemaligen RömischenRreiches das Abendland als ein kulturelles Gebilde, zu dem auch Gallien (das spätere Frankreich), Britannien und Spanien zählten. Das antike Griechenland wurde (und wird) nicht zum Abendland gezählt und auch nicht die slawischen Stämme Osteuropas, obwohl unsere Kultur auf der Antike aufbaute.

Mit der Teilung des Römischen Reiches in ein ost- und ein weströmisches Reich gingen die germanischen Stämme, die ehemaligen Westprovinzen, Ostrom endgültig verloren. Das weströmische Reich ging einige Zeit später endgültig unter, nachdem sein letzter Kaiser in die Verbannung geschickt, seine Insignien nach Ostrom übersandt wurden und nun die ehemaligen Barbaren an die Macht kamen. Seit dem5.Jahrhundert  n. Chr. herrschten die Ostgoten als Könige über diesen Teil Europas, der unter den Ottonen zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation wurde.

Historiker geben unterschiedliche Gründe für den Untergang des römischen Reiches an. Die Annahme, die Völkerwanderung und mit ihr die verschiedenen Stämme der sogenannten Barbaren seien die Hauptursache gewesen, wird heute verworfen. Zwar flohen die germanischen Völker vor den Hunnen ins Römische Reich und errichteten dort nach und nach eigene Reiche errichteten, doch waren die Barbaren – im Unterschied zu den Hunnen – daran interessiert, sich in gewissem Maße zu integrieren und die gleichen Privilegien wie das römische Volk zu erhalten.

Als einer der wesentlichen Gründe für den Untergang des Römischen Reiches gilt das Christentum, das heißt, der christliche Glauben, dessen Verbreitung im 3. Jahrhundert n.Chr. unter der Regentschaft Konstantin des Großen, der selbst nicht zum Christentum übertrat, gefördert wurde. Mit der christlichen Religion entwickelte sich eine  neue Kultur, die zwar Elemente der römischen Kultur wie auch der griechischen und arabischen integrierte, aber eigenständig war. Der Begriff Abendland, der zunächst die mittelalterliche Vorstellung von dem der Abendsonne zugewandten Teil der Erde meinte – im Unterschied zum Morgenland -,  steht nun für eine von der Religion geprägte Kultur, mit der er geschaffen wurde. Sie wurde dem Begriff hinzugefügt: das christliche Abendland.

Im Pegida-Programms wird auf dieses religiöse Identitätsmerkmal Bezug genommen, wenn mit dem  Begriff Islamisierung die Befürchtung ausgesprochen wird, die christliche Religion könne oder solle durch den Islam ersetzt werden. Die Forderung für den respektvolle Umgang mit unserer (abendländischen) Kunst und Kultur, unserer Sprache und unseren Traditionen gilt daher der Bewahrung der Kultur und dessen, was sie ausmacht. Anders als im Römischen Reich, in dem sich eine Religion durchsetzte, die aus Nordafrika kam, deren Anhänger aber dort verblieben, und die germanischen Völker waren, deren Religion keine Rolle spielte, die ins Römische Reich migrierten, identifiziert sich ein großer Teil der heutigen, aus Nordafrika und Teilen Asien stammenden, Migranten auch mit ihrer Religion, dem Islam.

Nach Spengler ist der Untergang einer jeden Hochkultur ihr notwendiger  und natürlicher Abschluß, nachdem sie zuvor aufgestiegen, eine Blütezeit und ein Verfallsstadium durchlebt hat. Den Untergang markieren charakteristische Kennzeichen eines Verfallsstadiums, dessen letzte Stufe vor dem Untergang Spengler als Zivilisation bezeichnet, welche in allen Hochkulturen dieselben seien. Als Kennzeichnen für das Verfallsstadium in seiner letzten Stufe Zivilisation vor dem Untergang nennt Spengler:

– die Überalterung der Gesellschaft, ihre Geschichtslosigkeit, d.h., sie hat kein Interesse mehr an ihrer Geschichte und kennt sie auch nicht mehr;

– keine lebendige Weiterentwicklung der Lebensbereiche mehr,

– die anorganischen Weltstadt ersetzt die bäuerliche Lebensweise;

–  ein kühler Realismus bestimmt das Verhältnis der Menschen zur Wirklichkeit, zugleich geht die Ehrfurcht vor Traditionen und eigener Geschichte verloren;

– die Grundeinstellung der Menschen ist materialistisch, Religion verliert an Bedeutung; damit einher geht eine vorwiegend

– hedonistisch-anarchische Lebensweise, eine Brot- und- Spiele- Mentalität und ein enormer Aufschwung der Unterhaltungsindustrien;

– ein Verlust der Moral und der Werte bzw. deren Ersetzung durch pseudoethische Gesinnung und künstliche Werte,

– Künste wie Literatur, Malerei, Musik sterben ab, Neues wird nicht mehr hervorgebracht;

– Zivilisationskriege, also Kriege, die im Dienste der Zivilisation geführt werden und Vernichtungskämpfe finden statt;

– es kommt zum Imperialismus und zur Entstehung formloser Gewalten.

Betrachtet man diese Liste, dann drängt sich für ihre Gesamtheit der Begriff „Dekadenz“ auf.  Ihr Erscheinen wird mitunter zu den Faktoren gezählt, die zum Untergang einer Kultur führen, sie ist aber nur Ausdruck einer sterbenden Kultur, nicht eine der Ursachen.

Die von Spengler genannten Faktoren prägen unsere heutige Gesellschaft. Zwar ließe sich einwenden, daß es sehr wohl eine Weiterentwicklung in verschiedenen Lebensbereichen gibt, z. B. den rasanten Aufschwung der Technologien, allen voran die Digitalisierung, das Internet und die Forschungen zur Künstlichen Intelligenz. Auch auf medizinischem Sektor und der Technik ganz allgemein geht die Entwicklung voran und verändert die menschliche Gesellschaft. So viel Veränderung in so kurzer Zeit gab es noch nie zuvor.

Doch Veränderung und „Fortschritt“ sind etwas anderes als lebendige Weiterentwicklung. Diese vermeintlichen „Fortschritte“ täuschen darüber hinweg, daß es spätestens seit Mitte des letzten Jahrhunderts keine bahnbrechenden wissenschaftlichen Erfolge mehr gegeben hat, daß  in den Künsten keine neue Richtung mehr gibt und keine großen Werke mehr entstanden sind, nichts, das Bestand haben und an nachfolgende Generationen weitergegeben werden könnte. Alle diese vielen „Fortschritte“, von denen der eine den nächsten in immer schnellerer Folge ablöst, sind nur Fortschreibungen dessen, was vor hundert und mehr noch Jahren neuartige Ideen waren. Ihnen verdanken die jetzigen Entwicklungen ihren Erfolg. In den Künsten, gleich ob Literatur, Musik oder Malerei hat es nichts Neues mehr gegeben.

Das Internet ist die anorganische Weltstadt, in der die formlose Gewalt ebenso wie in der Realität immer mehr um sich greift. Traditionen und Werte wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Loyalität sind von der Menschenrechts-Ideologie ersetzt worden durch Selbstverwirklichung, Diversität und Weltoffenheit, oder sie wurden, wie der Toleranzbegriff, umgedeutet und ent-wertet. Unübersehbar sind Faktoren wie die hedonistisch-anarchische Lebensweise und die Unterhaltungsindustrie und die materialistische Einstellung. Die eigene nationale Geschichte  reicht für die viele Leute gerade noch bis zu Hitler zurück, dessen Ideologie zum Totschlagargument im Vernichtungskampf gegen die Gegner der neuen Weltordnung geworden ist. Im Großprojekt EU, mit dem die nationalen Grenzen fallen, die Gerichtsbarkeit  und immer mehr an staatlicher Macht nach Brüssel verlagert werden soll, kommt der Imperialismus zum Tragen – das Schlagwort heißt Globalisierung -, nachdem das Imperium des bisherige Hegemon USA zu bröckeln beginnt.

Der Rückgang der christlichen Religion in Europa begann mit der Aufklärung, und mit ihr begann die Ära des Menschen als Maß aller Dinge. Der Nutzen für den Menschen wurde zum Maßstab, auch und vor allem für die Wissenschaften. Darwins Erkenntnis, daß auch der Mensch in die Natur eingebunden ist und ihren Regeln unterliegt, hindert nicht daran, sie sich untertan zu machen und im Menschen den Schöpfer einer neuen Welt zu sehen.

Die allmählich sich vollziehende Säkularisation führte nicht zum Ende der Religionen, da religiös intendierte Weltanschauungen für den Menschen offenbar eine notwendige Bedingung sind. So sprießt nun eine Vielzahl von Sekten und Heilslehren auf dem vormals von den Religionen bestellten Feld, die Astrologie erlebt eine neue Blütezeit. Ideologien wurden die neuen Religionen und stießen in das Vakuum, das mit deren Rückzug  geschaffen wurde. Sie sind die neuen Weltordnungen, deren jeweilige Idee vorgibt, nach welchen Prinzipien die menschliche Gesellschaft gestaltet werden soll. Der Zusammenbruch der einen führt nur zum Aufstieg der nächsten, eine ideologiefreie Welt kann es daher nicht mehr geben.

Daß das Ziel der Menschenrechtsideologie – die mit dem Zusammenschluß der Nationen zur UNO  als Völkerrechtssubjekt zur Weltordnung werden soll – die Transformation der menschlichen Gesellschaft in eine „Weltgemeinschaft“ ist, die den Untergang der eigenen Kultur bedeutet, wird von der Mehrheit der europäischen Bevölkerung nicht erkannt und nicht verstanden. Diese Blindheit verdankt sich nicht nur einer geschickten  Manipulation, sondern u.a. auch dem prädikativen Grundverständnis der überwiegenden Mehrheit und deren- wie es der Philosoph Rudolf Brandtner nannte  – vom Jetzt-zu-Jetzt hoppelnden Aktualitätsbewußstein, das gegenwartszentriert ist, Probleme mit Vergangenheit und Zukunft hat, auf Zustände und Beziehungen fokussiert und die schleichend sich vollziehende Transformation der westlich geprägten Gesellschaft nicht zu registrieren vermag.

Auch wenn die Völkerwanderung nicht als Hauptursache des Untergangs Roms gesehen wird, war sie doch einer der Faktoren, der dazu beitrug. Im Unterschied zu Hochkulturen wie den mittel- und südamerikanischen oder der ägyptischen, die durch einen äußeren Feind erobert und vernichtet wurden,  trugen die migrierenden Stämme durch ihre Einsickerung und wechselseitige Integration zum Untergang Roms bei. Doch währende die ersteren Kulturen ihre Vernichtung bewußt erlebten und sich dagegen so erbittert wie vergeblich zur Wehr setzten, wird der schleichende, sich über Generationen hinweg vollziehende, Untergang einer Kultur wie der römischen Kultur nur als Veränderung, als Weiterentwicklung oder gar Fortschritt wahrgenommen. Dennoch dürfte es eine absolute Novität sein, daß eine Kultur ihren eigenen Untergang aktiv betreibt und bejubelt, ihn als Zeichen von Weltoffenheit versteht und in jedem, der ihn aufhalten, die Kultur und mit ihr die eigene Identität bewahren will, einen Gegner sieht, der bekämpft, ja vernichtet werden muß.

 

Die Frage ist: Was steckt dahinter, wer hat ein Interesse daran, den Untergang des Abendlandes  bzw. den der eigenen Kultur aktiv zu betreiben? Die große Masse der Menschen, diejenigen, die für die neue Weltordnung im vermeintlichen „Kampf gegen rechts“ auf die Straße gehen und demonstrieren, kann bzw. können es nicht sein. Denn es ist nicht anzunehmen, daß sie sich ihrer Irreführung, der Manipulation und Indoktrination, der Agitation, der Propaganda  – mit einem Wort: der subtilen Gehirnwäsche, der sie unterzogen werden – bewußt sind. Die infame Hinterhältigkeit, mit der der arg- und ahnungslosen Mehrheit suggeriert wird, mit ihrer Zustimmung zur Menschenrechtsideologie auf der moralisch richtigen Seite zu stehen, und die Unfähigkeit, in größeren Zeiträumen zu denken und extrapolieren zu können, welche Folgen diese Politik hat, verhindern eine kritische Reflexion.

Die eigentlichen Betreiber dagegen, die Eliten, verbindet das Wissen um den Hintergrund der willentlich und geplant inszenierten Großen Transformation, mit der der Untergang herbeigeführt wird. Sie handeln nicht in Unkenntnis, sondern in vollem Bewußtsein ihres Tuns und der Lage. Und sie gehören einem, mitunter auch allen der folgenden drei Lager an:

  1. Die Idealisten. Sie sind „Überzeugungstäter“, sie betreiben den Untergang aktiv aus der Überzeugung heraus, zum Wohle der gesamten Menschheit die neue Weltordnung etablieren und eine grenzenlose, sozialistisch geprägte, amorphe Gesellschaft erschaffen zu müssen, in der es weder Hunger noch Kriege noch Krankheiten geben soll. Die Realisten unter ihnen wissen zwar, daß dies Utopie bleiben wird, sehen aber in einer Durchmischung der verschiedenen Völker zu einer einheitlichen Art die Gewähr für eine bessere, friedlichere Welt. Dieser Zweck, das höhere Ziel rechtfertigt es, Gegner der neuen Weltordnung zu verleumden, zu diffamieren und zu diskreditieren, sie verbal und körperlich anzugreifen, und die gutgläubige Masse zum Mithelfer zu machen.
  2. Die Kapitalisten. Sie sehen in der Weltordnung einen Machtfaktor, für sie ist die Ideologie das Mittel zu wirtschaftlicher Macht und zum Reichtum. Sie tragen Sorge dafür, daß sie und ihre Nachkommen von den negativen Konsequenzen nicht betroffen sind, unterstützen und fördern daher einerseits Maßnahmen zur Transformation in diese neue Gesellschaft der billigen Arbeitskräfte und Massenkonsumenten, wirken aber andererseits Tendenzen entgegen, die ihre wirtschaftlichen Interessen konterkarieren. Ihnen kommt die Auflösung der Kultur als geographisch umgrenzter Wirkungsbereich sowie die hedonistische, konsumorientierte Lebensweise und materialistische Einstellung einer gesichtslosen Bevölkerung entgegen.
  3. Die Opportunisten. Auch sie verfolgen im Wesentlichen eigene Ziele: sie streben nach Macht und Einfluß, indem sie Schlüsselpositionen in Politik, Wirtschaft und in der Gesellschaft einnehmen. Einerseits betreiben sie auf ihren Posten den Untergang aktiv, indem sie die Ziele der Idealisten politisch unterstützen und mittragen, andererseits arbeiten sie den Kapitalisten zu, indem sie deren Interessen zu wahren versuchen.

 

Fazit: Angesichts des Erscheinungsbildes unserer (europäischen) Gesellschaft ist zu erkennen, daß die abendländische Kultur untergehen. An ihrem Ende wird eine neue Kultur entstehen, wobei noch nicht auszumachen ist, wie diese aussehen wird. Daß sich mit ihr die Utopie der Idealisten erfüllen wird, ist nicht zu erwarten, da diese Utopie die menschliche Natur nicht berücksichtigt. Bis aus dem Zusammenbruch des Römischen Reiches das Abendland als neue Kultur hervorging, dauerte es rund vier Jahrhunderte, in denen sich die Machtverhältnisse ständig verschoben: Ost- und Westgoten, Langobarden (Franken), Mauren und Wikinger waren in den verschiedenen, ehemaligen, römischen Provinzen kurzfristig an der Macht, es entwickelten sich keine dauerhaften Strukturen. Diese Zeit, vom Ende der Antike bis zum Mittelalter, gilt als Zeit der Verfalls von Kunst und Bildung. Leidtragende solcher Zeiten waren stets die Zivilgesellschaften, die Menschen, in diesem Fall: unsere Nachkommen.

Ob sich die Befürchtung der Pegida von einer Herrschaft der islamischen Kultur auf europäischem Boden bewahrheitet, hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich die Wissenschaft entwickelt, die eine Wissenschaft abendländischer Prägung ist und mit dieser Kultur untrennbar verbunden. Mit ihrer Transformation zur modernen Wissenschaft hat diese einen großen Schritt in Richtung ihres eigenen Untergangs gemacht. Die Wende zu einer Wissenschaft, die zunehmend nur noch dem Nutzen dient, mag von der Gesellschaft, der dies scheinbar dient, begrüßt werden – für die Wissenschaft bedeutet sie ihren Tod. Anzeichen sind der überbordende Bürokratismus, die nicht mehr zu überblickende Flut an Publikationen, mit der der Überblick selbst innerhalb der eigenen Fachgebiete zunehmend verloren geht, die immer rascher wechselnden Wissenschafts-Hypes aufgrund einer neuen These oder eines neuen Aspekts, ohne daß eine Lösung für das Problem gefunden wurde, an dem man gerade noch gearbeitet hat. Als verhängnisvoll wird sich vor allem die Eliminierung wissenschaftlicher Großtaten erweisen, die in der Geschichte der Wissenschaften eine Revolution darstellten, und nicht nur das jeweilige Fachgebiet erneuerten, sondern auch die menschliche Gesellschaft voranbrachten. Aber die Befürworter der neuen Weltordnung wird das nicht beeindrucken.

Auch wenn der Islam nicht wissenschaftsfeindlich ist, wird er eine abendländisch geprägte Wissenschaft nicht übernehmen können. Denn jede Kultur setzt ihre ganz eigenen Ziele. Der Abstieg der Wissenschaften, ihre Auflösung und ihr Verfall würden daher einer islamisch geprägten, aber auch einer neuen, ganz anderen Kultur  zwar den Weg bereiten, weil jede Kultur, auch die abendländische, Elemente der zugrunde gegangenen integriert, aber über sie hinausgeht.

 

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