Probleme und Lösungen
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Probleme und Lösungen

Manchmal, wenn man die Lösung für ein Problem gefunden hat, fragt man sich, wieso das eigentlich so schwierig war. Meist lag sie einem doch schon vor der Nase, aber man hat sie nicht gesehen.
Von dieser besonderen Art von Blindheit ist auch die Wissenschaft nicht ausgenommen, im Gegenteil. Was nicht nur daran liegt, dass ihre Probleme schwieriger sind und die Lösungen deshalb eben doch nicht immer so nahe liegen. Denn mitunter ist es gerade die Nähe, die sich als Hindernis erweist. Der Physiker Thomas Fischbacher schrieb einmal:
„Es gibt Beobachtungen, die so tief in unserer Alltagserfahrung verwurzelt sind, dass es als große Leistung angesehen werden muss, überhaupt erst den Gedanken formulieren zu können, dass es sich hierbei nicht um Selbstverständlichkeiten handelt …“*

Um eben dieses Problem handelt es sich auch bei den beiden Phänomenen im Titel dieser Webseite: Kausalität und ADHS. In beiden Fällen hat man die Lösung des Problems, die Ursache nicht gefunden. Im Fall der sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ist die Alltagserfahrung, die als selbstverständlich angesehen wird, das Verhalten der Mehrheit aller Menschen, das als richtig angesehen wird und daher die Norm bestimmt.  Deshalb werden Menschen, die als von ADHS betroffen gelten, als krank oder doch zumindest als gestört beurteilt. Einmal, weil sie dieser Norm nicht entsprechen und weil sich ihr Verhalten und Denken obendrein als sehr resistent gegenüber den Bemühungen erweist, sie auf den „Pfad der Tugend“ zu bringen. Diese Beurteilung liegt nahe, sie ist aber falsch.

Bei der Kausalität liegen die Dinge etwas anders. Mit ihr beschäftigt man sich schon seit Jahrhunderten, allerdings vorwiegend unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten, während sie im  normalen Alltag noch am ehesten die Juristen interessiert. Dass Menschen in Kausalketten denken, dass sie ganz selbstverständlich für Ereignisse nach einer Ursache suchen, ist eben etwas, das in der Alltagserfahrung verwurzelt ist. Und die übliche Antwort auf die Frage: Was ist eigentlich Kausalität? lautet deshalb auch: die Beziehung zwischen einer Ursache und einer Wirkung. Auf der Suche nach einer Antwort ist auch die Wissenschaft in dieser „Beziehung“ mehr oder minder stecken geblieben. Denn weil man sie erlebt, liegt es nahe, die Lösung in dieser Beziehung zu suchen. Was aber ebenfalls nicht zur Lösung führt.

Auf dieser Seite geht es um die richtigen Lösungen für diese beiden Phänomene. Und es geht um die Frage, wie ADHS und Kausalität zusammenhängen:
1.  ADHS ist keine Krankheit, auch keine Störung. Es ist ein normales Denken und Verhalten, das dem als Norm gesetzten komplementär ist. Komplementär heißt: es ist ihm entgegengesetzt, ergänzt es aber, indem es seine Stärken dort hat, wo das „normale“ Verhalten und Denken seine Schwächen hat.
2. Kausalität ist zwar  die Beziehung von Ursache und Wirkung, aber wir denken kausal und können zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden, weil es ein Regelwerk gibt, das  Ursache-Wirkungs-Beziehungen vorschreibt. Es hat naturgesetzlichen Charakter, was heißt, es kann nicht übertreten werden – man kann nicht dagegen verstoßen – und man kann auch nicht aus ihm heraustreten.

*Fischbacher, Thomas (2009): Der Zeitpfeil – Vom Wesen der Asymmetrie zwischen Vergangenheit und Zukunft. S. 23. In: Seemüller, Baudson, Dresler: Zeit in Wissenschaft, Philosophie und Kultur . Stuttgart: Hirze

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