Das Regelwerk der Kausalität
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Das Regelwerk der Kausalität

1. Einleitung

Kausalität – verstanden als Beziehung zwischen Ursache und Wirkung – ist seit der Antike Gegenstand philosophischer, naturwissenschaftlicher und mathematischer Überlegungen. Im Laufe dieser Zeit wechselten Fragestellung und Blickwinkel: Es wurde und wird behauptet und darüber gestritten, ob Kausalität deterministisch, transitiv, irreversibel sei, ob das Universum sich als Kausalkette entwickelt habe und wie Kausalität mit einer Freiheit des Willens zu vereinbaren sei, zumal wenn Letztere dem Kausalprinzip widerspreche. Es wurde gefordert, dass sowohl hinreichende als auch notwendige Bedingungen gegeben sein müssen, um etwas als Ursache auffassen zu können, und es wurde und wird diskutiert, ob Ursache und Wirkung notwendig miteinander verknüpft seien. Nicht mehr bestritten wird mittlerweile, dass bei zwei Ereignissen die Beurteilung, welches von beiden früher stattgefunden hat, vom Bezugssystem abhängt.

Es wird von probabilistischer und von Ereigniskausalität gesprochen und es wurde behauptet, das Konzept Kausalität sei mit der Quantenmechanik obsolet geworden. Man unterscheidet zwischen Mono- und Multikausalität und zwischen dem Kausalprinzip, wonach nichts ohne Ursache geschieht, und dem Kausalgesetz, das besagt, dass gleiche Ursachen gleiche Wirkungen haben. Diese Unterscheidung führt zu einer weiteren, derjenigen von starker und schwacher Kausalität, wobei schwache Kausalität meint, dass ähnliche Ursachen ganz verschiedene Wirkungen haben können. Als Kausalordnung wird eine Relation der kausalen Abhängigkeit innerhalb einer Menge von Ereignissen bezeichnet, und im normalen Alltag gilt es als zumeist selbstverständlich, dass es für alles eine Ursache gibt.

Es wurden und werden Versuche unternommen, den Kausalitätsbegriff zu präzisieren, doch seine Mathematisierung ist bis heute nicht gelungen. Denn was Kausalität ist, ob sie, wie Esfeld (2007) fragt: „(…) ein fundamentaler Zug der Welt oder sie aus anderen, noch fundamentaleren Merkmalen der Welt abgeleitet“ ist, diese Frage ist bisher noch nicht beantwortet worden. Die vorliegende Arbeit verfolgt die Absicht, diese Antwort zu geben mit dem Vorschlag, Kausalität sei ein Regelwerk und als solches das Fundamentalgesetz des Universums.

 

2.  Zwei Arten, die Welt zu betrachten und zu beschreiben

In einem noch unvollendeten Manuskript mit dem Titel „Mathematische Grundlagen der klassischen und probabilistischen Kausalität“ schreiben Lauth, Zirpel & Zoudek einleitend, obwohl: „(…) kausale Zusammenhänge eine zentrale Rolle in sämtlichen Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften spielen und die Aufklärung solcher Zusammenhänge sogar als die wichtigste Aufgabe der empirischen Wissenschaften angesehen werden könne, weil sie die Grundlage für die Herleitung von wissenschaftlichen Erklärungen und Prognosen darstellt,  existiert bis heute keine allgemein akzeptierte Theorie der Kausalität, die mathematischen oder naturwissenschaftlichen Standards entspricht.“

Ein entscheidendes Hindernis, um eine allgemeine Theorie der Kausalität aufstellen zu können, ist eine schon im Ansatz wirksame Präferenz jeder Theorie: das statisch greifende Grundverständnis des kognitiven Erfassens von Ursache und Wirkung in der Art einer Beziehung. Diese gleichsam als apriorisch aufgefasste Sichtweise, die über die Jahrhunderte bis heute in Geltung ist, ist jedoch nur eine von zwei existierenden Möglichkeiten, die Welt und die Dinge in ihr zu betrachten und zu beschreiben. Mit der präferierten zustandsorientierten Sichtweise wird beispielsweise eine Klärung des Begriffs Kausalität deshalb auch nur als Beziehungsverhältnis zwischen einer Ursache und ihrer Wirkung als zweier voneinander getrennter Ereignisse gesucht. Kausalaussagen wie: „Der Baum brennt, weil der Blitz in ihn einschlug,“ oder „Wegen überfrierender Nässe kam es zu zahlreichen Unfällen“ scheinen zudem zu belegen, dass Ursache und Wirkung richtig und zutreffend beschrieben werden, wenn man sie als ein Beziehungsverhältnis auffasst. Die Feststellung, dass zwischen Ursache und Wirkung ein zeitlicher Abstand liegt, der die beiden Ereignisse voneinander trennt, ist trivial, ebenso wie die Aussage, dass die Ursache einer Wirkung stets vorausgehen muss. Alles andere als trivial ist jedoch, dass in diesem Zeitraum, so kurz er auch sein mag, eine Überführung stattfindet, dass eine Veränderung bewirkt wird, und mit der Beschreibung zweier zueinander in Beziehung gesetzter Einzelereignisse daher weder dem zeitlichen Abstand noch dem Prozess der Veränderung adäquat Rechnung getragen wird. Zwar wiesen Falkenburg und Schnepf (1998) darauf hin, dass, wenn zwei Ereignisse nomologisch verknüpft sind, diese Verknüpfung nicht auf eine zeitliche Relation reduziert werden kann, sondern diese dynamisch (Hervorhebung von Falkenburg & Schnepf) verstanden werden muss. Sie betonen aber auch, dass fraglich sei, ob sich eine solche Verbindung – in der Bedeutung: „ist verknüpft nach der Bewegungsgleichung G mit“ – überhaupt angemessen formalisieren lässt.

1986 entdeckte die Mathematikdidaktikerin Inge Schwank, dass es zwei Arten gibt, in denen sich menschliches Denken ausprägt. Sie sprach von kognitiven Strukturen, von denen die eine auf Beziehungen (Prädikaten), die andere auf Funktionen aufgebaut sei. Mit dem Gegensatzpaar prädikativ vs. funktional sind die beiden komplementären Arten des kognitiven Erfassens und ihre Möglichkeit des sprachlichen Ausdrucks optimal beschrieben. Eine prädikative Weltbeschreibung konstruiert ein Bild dieser Welt in primär begrifflicher Form. Dabei richtet sich der Fokus auf Zustände, auf Objekte und ihre invarianten Eigenschaften, sowie auf das relationale Beziehungsverhältnis zwischen den Entitäten. Die funktionale Perspektive dagegen fokussiert auf Prozesse, auf Verhaltens- und Wirkungsweisen und setzt den Schwerpunkt für eine Weltbeschreibung dementsprechend auf Operationen und Veränderungen. Wechselt man bei der Betrachtung der Kausalität von einer statisch greifenden, prädikativen[1] zu einer dynamisch greifenden, funktionalen Sichtweise, so wird deutlich: Bei einem kausalen Geschehen handelt es sich gerade nicht nur um ein reines Beziehungsverhältnis, sondern um einen Prozess, eine sich im Ablauf der Zeit vollziehende Veränderung, die nur als solche adäquat beschrieben werden kann.

Die Bedeutung des Wechsels von einem prädikativen hin zu einem funktionalen kognitiven Erfassen wird unmittelbar einsichtig mit den Möglichkeiten, die die jeweilige Art zur Lösung des Problems „Kausalität“ bietet. Denn auf die Frage nach ihrer „Natur“ kann nur die funktionale Art der Weltbeschreibung eine Antwort geben.

[1] In Anlehnung an die Theorie der prädikativen vs. funktionalen Art logischen Denkens von Inge Schwank werden diese Begriffe zur Unterscheidung der beiden Blickwinkel verwendet.

 

3. Kausalität, ein Regelwerk

In seinem eingangs erwähnten Beitrag schreibt Esfeld, dass Kausalaussagen letztlich wahr seien aufgrund von etwas, das selbst keine Ursache-Wirkungs-Beziehung ist. Diese Bedingung, als „Form“ nicht mit dem Inhalt identisch zu sein, erfüllen Gesetze und Regeln. Die uns bekannten Naturgesetze beschreiben, wie Lesch (2012)[1] es nannte, „beobachtete oder vermutete Erscheinungen in der realen Welt“. Per definitionem ist ein Naturgesetz eine feste Regel, „nach der erfahrungsgemäß das Naturgeschehen verläuft und die sich meist mathematisch ausdrücken lässt.“(Meyers Großes Handlexikon).

Nun ist Kausalität zwar eine grundlegende, von uns in der realen Welt beobachtbare und regelmäßige Erscheinung, denn nicht nur wir, sondern jedes Lebewesen in diesem Universum muss nach Lesch über eine Vorstellung von Ursache und Wirkung verfügen, um Feststellungen über sich, seine Welt und das Universum treffen zu können. Doch als ein Naturgesetz oder als eine naturgesetzliche Regel wird Kausalität nicht gesehen, sieht man einmal davon ab, dass Naturgesetze zumeist kausal beschrieben werden, was nicht dasselbe ist. Dagegen sprach Kant von einem Grundsatz der Zeitfolge „nach dem Gesetze der Kausalität“, und er fasste sie auch als ein Naturgesetz auf, begründete seine Ansicht jedoch nicht naturwissenschaftlich, sondern metaphysisch. In der Folge gewann jedoch Humes Regularitätstheorie mehr Einfluss auf das allgemeine Verständnis von Kausalität. Seine Auffassung, sie sei eine durch Beobachtung gewonnene Erfahrung, wurde u.a. von Jean Piaget übernommen, der davon ausging, dass wir verschiedene kognitive Strukturen ausbilden, darunter auch eine kausale, die durch Erfahrung erworben werde.

Nach heutiger Sicht erfährt David Lewis‘ kontrafaktische Position die größte Akzeptanz. Nach ihm sind „[…] a) geometrische Relationen zwischen Raumzeitpunkten und b) fundamentale physikalische Ereignisse, die an den Raumzeitpunkten vorkommen“ alles, was es in der Welt gibt.[2]

Wenn Kausalität auch auf quantenmechanischer Ebene nicht greift, weshalb Vorgänge auf dieser Ebene für uns prinzipiell unverständlich bleiben, gelten die von Vollmer (2000)[3] genannten Merkmale für Naturgesetze – dass ihre Aussagen universell und für alle Zeiten und Systeme gültig sind -, auch für die Kausalität. Ebenso lässt sie sich, bzw. lassen sich ihre Regeln in Form von Bedingungssätzen ausdrücken. Es gibt jedoch den einen entscheidenden Unterschied zwischen Kausalität und den Naturgesetzen: Naturgesetze beschreiben die Zusammenhänge und Veränderungen innerhalb ihres Gültigkeitsbereichs anhand klar definierter, messbarer Größen in Form von Differenzialgleichungen. Kausalität dagegen lässt sich nicht als Bewegungsgleichung schreiben, und sie fordert auch keine messbaren Größen.

Wir sind es gewohnt, Naturgesetze als Beschreibungen physikalischer Ereignisse zu verstehen. Unser individuelles Denken, unseren freien Willen, unser bewusstes und erlebtes Verhalten betreffen sie allenfalls indirekt. Kausalität dagegen gilt für physikalische wie für biologische und soziale Systeme gleichermaßen, und die Vorstellung, es könne etwas Naturgesetzliches geben, welches menschlichem Verhalten und Denken oder gar unserem Sein unterliegt, rührt tief an unser Selbstverständnis und widerstrebt unserem Empfinden, in unserem Verhalten und Wollen frei zu sein.

Dennoch muss gefordert werden, Kausalität als etwas Naturgesetzliches zu sehen, allerdings als ein Regelwerk, dessen Regeln weder übertreten noch außer Kraft gesetzt werden können. Denn ihre Grundregel beschreibt, aus dem hier präsentierten Blickwinkel betrachtet, das fundamentale Strukturprinzip des Universums. Zudem schreibt sie die Prozesse der Systemveränderungen in Form  von Wenn-, dann-Regeln vor. Sie tut dies mittels einer Basisgröße, die allen Elementen, Dingen, Größen, Einheiten dieses Universums eignet, und anhand einer Reihenfolge, die irreversibel ist. Mit anderen Worten:

Ohne Kausalität würde es das Universum in dieser Form nicht geben.

Zur Begründung dieser Aussage möchte ich zum Anfang zurückkehren, zum Beginn des Kosmos‘ bzw. zu dem Markierungspunkt, bis zu dem das Entstehen des Universums zurückgerechnet werden kann. Diesen Punkt kennzeichnet kein Ort und keine Zeit – beides gab es noch nicht -, sondern dies, dass an ihm alle Materie und alle Strahlung in einem winzigen Volumen konzentriert war. Genauer: er markiert den Übergang von unendlicher Energiedichte zur Entstehung von Materie und Raum-Zeit – ab 10-44  Sekunden nach dem sogenannten „Urknall“ -, die nach heutigem Wissensstand aus einer ursprünglichen Singularität hervorgegangen sind. In dieser Phase trat, wie Blome und Zaun schreiben, „ein sich rasant, isotrop und nahezu homogen ausdehnendes Gemisch von Elementarteilchen unterschiedlichster Art – durchflutet von hochenergetischen Photonen und vermutlich auch Gravitationswellen – in die Welt.“ (S.8) Dieses Plasma enthielt u.a. Quarks, als elementare Bestandteile der noch nicht entstandenen Materie, denn erst zum Zeitpunkt von 10-30 Sekunden nach dem Urknall, als sich die Temperatur des Plasmas gesenkt hatte, entstanden Protonen, Neutronen, Elektronen. Schon zum „Zeitpunkt“ der höchsten Energiedichte aber wird es die Naturgesetze gegeben haben – und es muss Kausalität als Grundregel und möglicherweise schon als Regelwerk gegeben haben. Diese Behauptung wird nachfolgend mit der Beschreibung des Regelwerks präzisiert.

Quarks haben grundlegende Eigenschaften – Spin, Farbladung, elektrische Ladung, Masse und Flavour. Aus diesen physikalischen, den elementaren Bestandteilen inhärenten, Eigenschaften  und den vier fundamentalen Kräften sollen nach derzeitigem wissenschaftlichen Konsens die Materie, ihre Struktur und die Geometrie der Raum-Zeit hervorgegangen sein.

Im Folgenden werde ich eine davon abweichende, ontologische Lösung vorschlagen und behaupten,  Kausalität sei das Fundamentalgesetz, welches alles Sein konstituiert.

[1] Harald Lesch in „Alpha Centauri“: „Was sind Naturgesetze?“ s.a.: Verzeichnis der Quellen

[2] zitiert nach Esfeld, Michael (2007)

[3] zitiert nach Müller, Christoph (2010)

 

4. Das Regelwerk

    4. 1 Die Prämissen

Kausalität als Regelwerk besteht aus einer Grundregel mit mehreren Variationen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Beschreibung der Grundregel, wie auch für das Auffinden ihrer Variationen, sind die von John Leslie Mackie (1965) formulierten INUS-Bedingungen[1]. Nach Mackie müssen zwei Arten von Bedingungen, muss ein Bedingungsgefüge erfüllt sein, damit von einer Ursache gesprochen werden kann. Als ein Beispiel für eine Ursache nannte Mackie das Zusammentreffen zweier Faktoren, die hinreichend sind, um zu einem Hausbrand zu führen, dies aber nicht notwendig tun, wie beispielsweise zum einen den Kurzschluss aufgrund einer defekten Steckdose und zum anderen brennbares Material in deren unmittelbarer Nähe. Es gilt daher – auch ohne diese Bedingungen jetzt näher zu erläutern -, dass stets zwei Faktoren erforderlich sind, die gemeinsam zur Ursache werden, mit der eine Wirkung erfolgt.

Eine weitere Voraussetzung für meine Darlegungen ist Schwanks Theorie der prädikativen vs. funktionalen Art logischen Denkens. Dieser Unterscheidung liegen die beiden Weisen zugrunde, auf welche die Kausalitätsregeln ausgeführt werden können. Von allen kausalen Regeln gibt es daher eine prädikative und eine funktionale Variante.

In beiden Varianten enthalten die Regeln die von Mackie genannten Bedingungen.

Aus der Annahme, Kausalität sei ein Regelwerk, ergibt sich die Forderung, grundlegende Regeln zu bilden, welche die verschiedenen Arten von Ursache-Wirkungs-Abläufen vorschreiben. Da es mehrere zusammenhängende Regeln gibt, welche die Grundregel variieren, handelt es sich um ein Regelwerk.

Auch wenn Kausalität kein Naturgesetz ist, sollten sich alle Regeln des Regelwerks  mathematisieren bzw. formal modellieren lassen. Voraussetzung dafür wäre ein mathematischer Formalismus, der sich zur Modellierung von Prozessen eignet. Der Inhalt der Regeln – die in die Variablen eingesetzten Größen – ist von Fall zu Fall verschieden, weshalb sich keine übergeordneten messbaren Größen nennen lassen, die konkrete Vorhersagen erlauben. Vorhersagen, wie die Naturwissenschaften sie fordern, haben, vor allem für komplexe Situationen, deshalb nur eine mehr oder minder große Wahrscheinlichkeit, zuzutreffen. Ich komme darauf zurück.

 

    4.2 Die Grundregel und ihre beiden Varianten

Die Basis des Regelwerks bildet die Grundregel. Sie lautet:

Wenn X, und dann, wenn Y, dann auch Z

Die Variablen X und Y sind Leerstellen, in die die Faktoren bzw. Größen eingesetzt werden, welche gemeinsam die Ursache bilden, die in Mackies Beispiel das brennbare Material (X) und der Kurzschluss (Y) sind. Sie erfüllen damit die Forderung nach dem Bedingungsgefüge für eine Ursache, die zu einer Wirkung führt. Die Variable Z steht für die Wirkung, d.h., für die Größe, die in Mackies Beispiel der Hausbrand ist.

In der obigen Formulierung ist die Grundregel mit der prädikativen Variante beschrieben worden, nach der die Regel ausgeführt werden kann. Auf sie und die funktionale Variante lassen sich die beiden Arten des Denkens zurückführen, denn auch die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns unterliegt dem Regelwerk der Kausalität. Das prädikativ strukturierte  Denken ist charakterisiert durch die Wahrnehmung der spezifischen, die Größen kennzeichnenden invarianten Eigenschaften und die Art, in der diese miteinander verknüpft sind. Nach diesem kognitiven Grundverständnis ist der Zusammenhang von X und Y deshalb eine Beziehung (Relation). Die von den Variablen geforderten Eigenschaften sind aus dieser Perspektive nicht zu erkennen. Deshalb ist ein Wechsel zur funktionalen Sichtweise mit dem Fokus auf dem prozessualen Charakter der Kausalität erforderlich.

Die andere, funktionale Variante lautet:

Wenn X, und dann, wenn Z, dann auch Y

In ihr kommt, was als Wirkung erfolgen soll, bereits in der Ausgangsbedingung X vor. Das gemeinsame Vorkommen besagt, dass, wenn eine gegebene Größe bzw. ein Sachverhalt, eine Veränderung erfahren oder eine Auswirkung haben soll oder wird, dann etwas stattfinden muss, um eben diese Wirkung auszulösen oder um diese Konsequenz zu ergeben. Mit der funktionalen Variante als dem komplementären Gegenstück zur prädikativen Variante eröffnet sich folglich ein Spielraum nahezu unendlicher möglicher Verhaltensweisen.

Die funktionale Variante bestimmt das Denken einer Minderheit, wobei die Variable Z in diesem Fall nicht die Wirkung eines aus X und Y bestehenden Sachverhalts meint, sondern den Zweck, der X zugeordnet ist oder sein könnte. Einen Zweck in den zu Beginn gegebenen Bedingungen erkennen zu können, erfordert eine Aufmerksamkeit auf und ein Denken in Prozessen und Wirkungsweisen.

Jede Variable verlangt grundsätzlich von den in sie eingesetzten Größen eine bestimmte Eigenschaft, welche diese besitzen müssen. Diese Eigenschaft, und auch das unterscheidet Kausalität von den bekannten Naturgesetzen, ist nicht identisch mit denjenigen Eigenschaften, welche die diversen Größen charakterisieren, wie sie oben am Beispiel der Quarks beschrieben wurden. Die Eigenschaften, welche die Variablen der Kausalitätsregeln fordern, sind zeitlicher Natur. Sie sind, was in prädikativem Sprachduktus ‚Zeitstufen‘ genannt wird: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Mit ihnen als Eigenschaft lässt sich deshalb den in sie eingesetzten Größen ein Wahrwert zuordnen.

Es muss danach für alle in X eingesetzten Größen die Eigenschaft gelten: _hat_Vergangenheit,

für in Y eingesetzten Größen die Eigenschaft: _ist_jetzt (in der Gegenwart) der_Fall

und für die in Z die eingesetzten Größen die Eigenschaft: wird_in_der_Zukunft (nicht mehr) existieren.

In der prädikativen Variante beschrieben lautet die Regel:

Wenn X eine Vergangenheit hat  und dann, wenn Y in der Gegenwart der Fall ist, dann wird Z  in der  Zukunft auch (nicht mehr) existieren.

In der funktionalen Variante lautet sie:

 Wenn X eine Vergangenheit hat, und dann, wenn Z in der Zukunft( nicht mehr) existieren wird, dann ist auch Y in der Gegenwart der Fall.

Die Forderung, eine bestimmten Zeitstufe als Eigenschaft zu besitzen, stellt insofern vor Probleme, als im Prinzip alles, was existiert, die Bedingung „hat_Vergangenheit“ erfüllt, Objekte der quantenmechanischen Ebene wohl ausgenommen. Es muss daher spezifiziert werden, was es bedeutet, inwiefern eine Variable von der in sie eingesetzten Größe die Eignung einer bestimmten Zeitstufe fordern kann. Da Kausalität nicht den Zusammenhang zweier aufeinander bezogener Ereignisse, sondern einen Prozess als eine in sich geschlossene, homogene Einheit beschreibt, können die Größen auch nur in ihrem die Regel erfüllenden Verbund gesehen werden. Das heißt für die Größe X, dass für sie nur ein „Vorher“ oder „Zuerst“ vor den beiden anderen Größen gilt, etwas, das im Zusammenhang mit den beiden anderen gegeben ist, das ihr diese Position einräumt. Vergleichbares gilt für Z, das nicht grundsätzlich für „Wirkung“ steht, sondern für ein „Nachher“ in Bezug auf das Vorher von X. Für die Variable Y gilt, da sie die Gegenwart repräsentiert, dass sie (mit einer Einschränkung) eine Kraft, bzw. eine Form von Energie sein muss, die im Moment der Entstehung einer Ursache deren auslösendes Element ist.

 

In beiden Varianten ist „Zeit“[2] der Ablauf, der sich mit dem Inkrafttreten der Regel ergibt. Mit der Reihenfolge der Variablen in der prädikativen Variante und der von ihnen geforderten Eigenschaften schreibt Kausalität den Zeitpfeil vor,  die Richtung, die die Entwicklung und Veränderung einer Größe bzw. eines Sachverhaltes im Raum nimmt, die deshalb irreversibel ist.

Indem die Zeit als generelle und fundamentale Eigenschaft zugrunde gelegt wird, ist der Forderung an die Kausalität, als Regelwerk vermutlich das Fundamentalgesetz zu sein, welches Erscheinungen in der realen Welt beschreibt, noch nicht Genüge getan. Denn die Forderung stellt vor ein Dilemma: Die Zeit bzw. die Zeitstufen – um auch die prädikative Sicht zu berücksichtigen – als Eigenschaften können nicht zugleich die Größen sein, die in die Variablen eingesetzt werden sollen. Das heißt, sie können sich nicht selbst als Eigenschaft enthalten. Zudem kann Zeit nicht isoliert vom Raum gesehen werden. Benötigt werden daher noch die grundlegenden Größen, die zu Beginn des Kosmos mit der Entstehung von Kausalität in die Variablen eingesetzt wurden.

 

Die Grundregel lautet nun, beschrieben anhand der in sie eingesetzten Größen:

Prädikative Variante: Wenn X eine eindimensionale  Länge ist,  und dann, wenn Y als zweidimensionale Fläche der Fall ist,  dann wird auch Z mit drei Dimensionen existieren.[3] Funktionale Variante: Wenn X eine eindimensionale Länge ist, und dann, wenn Z mit drei Dimensionen in der Zukunft existieren wird, dann ist auch Y als zweidimensionale Fläche der Fall.

 

Mit den Zeitstufen als Eigenschaften und den räumlichen Dimensionen als Grundgrößen gibt die Grundregel die Bedingungen vor, die seit ihrem Inkrafttreten für alle Dinge in diesem Universum unabänderlich gelten. Das bedeutet, sie muss als Regel bereits wirksam gewesen sein, bevor die Naturgesetze greifen konnten, denn diese setzen die Raum-Zeit voraus.

Es muss zudem streng unterschieden werden zwischen den zeitlichen Eigenschaften, die die Variablen zur Erfüllung der Regel von den in sie eingesetzten Größen fordern, und den spezifischen Eigenschaften der diversen Größen. Ein Quark, ein Neuron, ein Familienmitglied müssen demnach als Größe X die Eigenschaft „hat_Vergangenheit“ besitzen, während ein Quark als physikalisches Objekt u.a. einen Spin und eine (Farb-/elektrische) Ladung hat, ein Neuron durch seine merkmalspezifische Funktion charakterisiert ist und ein Familienmitglied individuelle menschliche Eigenschaften besitzt.

Bleibt noch, die Entstehung der Struktur der Materie zu beschreiben. Nach bisherigem Verständnis beruht sie auf den Wechselwirkungskräften der Materie, wobei die Gravitation die bestimmende Kraft für die Strukturbildung der Materie ist. Da ich eine etwas andere Deutung vorschlage, wird sie zuerst vorgestellt, bevor ich auf die bisherige zurückkomme.

Die Entstehung der materialen Struktur ist nicht Teil der Grundregel, die nur drei räumliche Dimensionen und ihre zeitliche Eigenschaft als grundlegende Bedingung vorschreibt. Sie unterliegt daher den von der Grundregel geforderten Größen und Eigenschaften und wird mit zwei ineinander greifenden Variationen des Regelwerks erklärt, die nachfolgend beschrieben werden:

  1. Schritt (in funktionaler Variante)[4]: Wenn (X) ein up-Quark gegeben ist, und dann wenn (Y) ein up-Quark hinzukommt, dann muss auch (Z) ein down-Quark hinzukommen. Sie bilden eine Einheit dann, wenn:
  2. Schritt (in prädikativer Variante): Wenn (X) zwei up- und ein down-Quark gegeben sind, und dann wenn (Y) starke Wechselwirkung hinzukommt, dann wird auch (Z) ein Proton entstehen.

 

Mit dieser stark vereinfachten „Wenn, dann“-Beschreibung scheint die Komplexität des beschriebenen Sachverhalts nicht annähernd berücksichtigt worden zu sein. Unter systemtheoretischem Aspekt betrachtet (er)schaffen Systeme die Regeln und Gesetze zu ihrer Ordnung und zur Organisation ihrer Prozesse jedoch selbst. Um noch einmal Blome zu zitieren, es gibt – wenn wir von einem Quantenzustand am Beginn ausgehen – „ (…) in der Tat viele Möglichkeiten, ein Universum zu kreieren oder gar Universa zu bilden, die sich durch den konkreten Wert der Naturkonstanten, die Hierarchie der Wechselwirkungen oder das Massenspektrum der Elementarteilchen unterscheiden.“ (S. 13). Legen wir zugrunde, dass die fundamentalen Eigenschaften der elementaren Bestandteile einer noch zu erschaffenden Materie, die Naturgesetze und die Kausalität sich wechselseitig bedingen, Materie also zu ihrer Entstehung und Ordnung Naturgesetze und ein Regelwerk als „Vorschrift“ braucht, dann legt die Beschreibung der Grundregel nahe, dass Materie und Raum-Zeit gemeinsam aufgetreten sein müssen, nachdem die Grundregel der Kausalität als Fundamentalgesetz griff.

Inwiefern dieses Modell mit den bisherigen Erklärungen für drei räumliche Dimensionen übereinstimmt, muss sich noch zeigen. Nach der Erklärung von Brandenberger und Vafa entsteht eine aufgerollte Dimension, wenn ein um eine Dimension gewundener String seinem Antistring-Partner begegnet, der die Dimension in entgegengesetzter Richtung umwindet, wobei sich beide vernichten und die Dimension sich dadurch „aufrollt“. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Treffen bei mehr als drei Raumdimensionen vorkommt, ist rein rechnerisch äußerst gering, was als Begründung dafür gesehen wird, dass es nicht mehr als drei Dimensionen gibt. Eine andere Erklärung liefern Gonzalez-Ayala, Cordero & Angulo-Brown, die davon ausgehen, dass sich nach dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik die Zahl der Dimensionen nur jenseits einer Temperatur ändern kann, die die Energiedichte als ihr Maximum zum oben erwähnten Zeitpunkt kurz nach dem Urknall erreicht hatte. Da sich das gerade entstandene Universum jedoch abkühlte, konnten sich mehr Dimensionen nicht entwickeln. Die zuvor schon genannte Auffassung zur Entstehung der Struktur der Materie – die Entwicklung des Universums aus einem amorphen Zustand zu einem strukturierten Kosmos, dem die Wechselwirkungskräfte und insbesondere die Gravitation zugrunde liegen -, steht, wie Blome & Zaun schreiben, ebenfalls im Einklang mit dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik.

Während Brandenberger und Vafa mit ihrer Theorie das Entstehen von nur drei Dimensionen zu erklären suchen, setzt die Erklärung von Gonzalez-Ayara et al., wie die bisherige Auffassung, diese als bereits entstanden voraus und sagt, weshalb es nicht mehr Dimensionen sein können. Die Annahme, Kausalität sei das Fundamentalgesetz, welches die dimensionale Beschaffenheit der Welt erklärt,  steht dazu nicht im Widerspruch.

 

Zusammenfassend lautet der Vorschlag: Kausalität ist das Regelwerk, welches

  1. a) den irreversiblen Ablauf der Zeit mit der Abfolge der Regelvariablen vorschreibt,
  2. b) den (dreidimensionalen) Raum mit der Anzahl der Regelvariablen vorschreibt,
  3. c) fordert, dass Zeit die Eigenschaft ist, welche die räumlichen Dimensionen zur Einheit „Raum“ verbindet,
  4. d) die dreidimensionale Struktur der Materie auf der Basis der genannten Bedingungen vorschreibt.

Die zeitliche Verbindung zwischen den Größen ist keine Relation. Die Variablen der Regeln bzw. die in sie eingesetzten Größen, sind Konstituenten von Prozessen, die, ungleich Zuständen, Objekten und Sachverhalten, nicht relational, sondern durch die Eigenschaft Zeit miteinander verbunden sind. Das heißt,  die ‚Zeitstufen‘ können und müssen auch nicht durch ein Verknüpfungsgesetz zusammengefügt werden, da es sich nicht um Zustände handelt, sondern der Übergang fließend ist. Wie eine solche Verbindung formal beschrieben werden kann, ist offen.

Mit der Präsentation der beiden Varianten wurde eine weitere Funktion der Kausalität beschrieben: Die Möglichkeit, die Grundregel und ihre Variationen auf zwei verschiedene Arten auszuführen, realisiert den Grundsatz der Komplementarität.

Dies also sind – unter der Voraussetzung, die Annahmen erweisen sich als zutreffend -, die Vorgaben, die seitdem gelten:

Für die Grundstruktur der materialen Erscheinungen:

– drei (ausgedehnte) räumliche Dimensionen mit der

– Eigenschaft Zeit, welche die Dimensionen zu einer (unauflöslichen) Einheit verbindet.

Für die Vorgänge und Prozesse zur Entwicklung und Veränderung

– zwei komplementäre Verfahrensweisen für eine Ergänzung im Gegensatz.

Im Prinzip sind kausale Prozesse mit beiden Varianten beschreibbar. Mit der Entwicklung des menschlichen Gehirns jedoch kam es zu einer Trennung, die Arbeitsweise betreffend. Ein menschliches Gehirn arbeitet, u.a. zum Erwerb von Wissen, entweder nach der einen oder nach der anderen Variante. Dieses „Entweder, oder“ führte zu einer Unterteilung in zwei Gruppen: für die Mehrheit aller Menschen gilt, dass ihr Gehirn nach der prädikativen Variante arbeitet, die zu einem statisch greifenden Erfassen und einem Denken vornehmlich in Begriffen und in Beziehungen (Prädikaten) führt. Diese Art, die Welt und die Dinge in ihr zu erfassen und zu beschreiben, diktiert die Norm. Mit ihr einher geht die Fähigkeit, im Alltag auftretende Probleme optimal lösen zu können.

Für eine Minderheit gilt, dass ihr Gehirn nach der funktionalen Variante arbeitet. Diese Art des Verhaltens und Erlebens führt zu einem dynamisch greifenden Erfassen und zu einem Denken in Prozessen und Wirkungsweisen, verbunden  mit der Fähigkeit zum optimalen Umgang mit komplexen Problemen.

Die Trennung ist radikal. Eine Option, die Variante je nach persönlichem Bedarf wechseln zu können, ist nicht gegeben. Lediglich auf der Bewusstseinsebene besteht die Möglichkeit, die jeweils andere Art i Rückblick nachzuvollziehen, nicht aber die, sie zu übernehmen. Denn die Variablenfolge der jeweiligen Variante prägt die Struktur der Wissenseinheiten und wirkt sich auf das Erleben und Verhalten des Individuums aus.

Diese Ergänzung im Gegensatz in Hinsicht auf die Arbeitsweise menschlicher Gehirne bewirkt die Voraussetzungen für einen optimalen Umgang für die menschliche Gesellschaft mit dem Wirklichen: für sie ergibt sich die Chance, zur Lösung der sie als Gemeinschaft betreffenden Probleme die Vorteile beider Arten zu nutzen. Denn jede hat ihre Schwächen da, wo die andere Art ihre Stärken hat.

[1] Insufficient, but Necessary (Non-redundant) part of an Unnecessary but Sufficient condition

[2] Mit der Bestimmung von Zeit als der Eigenschaft aller Dinge und Lebewesen bleibt die Frage nach ihrem Wesen unbeantwortet.

[3] Wobei zu beachten ist, dass alles, was als eindimensional unterhalb der Planck-Länge, als „Fläche“ unterhalb der Planck-Fläche und als „Volumen“ unterhalb des Planck-Volumens liegt, nicht unter die Grundregel fällt, da diese mit der Zeit als Eigenschaft bereits fordert, dass X, also die „Linie“ als „Länge“ Vergangenheit besitzen muss. Es muss also bereits „Zeit“ vergangen sein.

[4] Die Wahl der Varianten ist willkürlich, beide Vorgänge können auch mit der jeweils anderen Variante beschrieben werden.

 

4.3 Die Variationen der Grundregel

Angesichts der Heterogenität der jeweils in die Variablen einsetzbaren Größen und der unüberschaubaren Vielzahl kausaler Sachverhalte und Ereignisse, die sich in vielerlei Hinsichten unterscheiden, reicht die Grundregel zu deren Realisierung nicht hin. Es gibt daher mehrere abgeleitete Regeln, die die verschiedenen Arten kausaler Geschehen vorschreiben. Die Anzahl oder Art der Größen, die in Variable X  eingesetzt werden können, unterliegt dabei keiner Beschränkung. Für Y gilt, zwei Variationen ausgenommen, dass sie eine Form von Energie sein muss. Mit dieser Kombination ergibt sich eine Fülle an möglichen Resultaten, Ergebnissen, Produkten als Wirkungen, die es prinzipiell unmöglich machen, messbare Größen zu bestimmen, um Vorhersagen machen zu können.

Die Regeln im Einzelnen:

In der „Wenn, dann“-Beschreibung gleichen alle Regeln der Grundregel. Für ihre Mathematisierung fehlt ein geeigneter Formalismus. Eine Differenzierung ist dennoch mit ihrer Beschreibung in natürlicher Sprache möglich.

Wir unterscheiden zunächst zwei Hauptregeln, K1 und K 2. Sie differenzieren sich in zwei bzw. in drei Variationen. Sowohl die Hauptregeln als auch ihre Variationen können in prädikativer wie in funktionaler Variante ausgeführt werden.(s. dazu die Grafik auf dem Deckblatt)

Der Unterteilung in zwei Hauptregeln liegen zwei Unterschiede zwischen ihnen zugrunde:

  1. a) die Anzahl der Größen, die gemeinsam die Ursache bilden, und
  2. b) die unterschiedliche Art ihrer Wirkungen

Wir hatten oben gesagt, dass zur Entstehung einer Ursache zwei Faktoren notwendig sind. Diese Bedingung gilt nur für die K2.  Die jeweiligen Größen  – X und Y – erfüllen die Bedingungen, als Eigenschaften Vergangenheit und Gegenwart zu haben. Für das kausale Ereignis eines Blitzeinschlages in ein Haus, trifft für das Haus X die Eigenschaft zu, Vergangenheit zu haben, während der Blitzeinschlag Y in der Gegenwart der Fall ist. Für die K2 gilt außerdem, dass Y eine Form von Energie sein muss.

Die K1 fordert für X dagegen  drei Größen, von denen jede eine der drei zeitlichen Eigenschaften besitzen muss. Alle drei gemeinsam bilden aufgrund dieser jeweiligen Eigenschaft eine (zeitliche) Einheit, als die sie nun eine Größe bilden, die z. B. in die Variable X eingesetzt werden kann. In dieser Variation ist die in Y eingesetzte Größe als keine Form von Energie, sondern ein den beiden anderen Größen entsprechendes ‚Gegenstück‘ mit etwas anderen Eigenschaften.

 

Die Regeln sind nachfolgend im Einzelnen aufgelistet, jeweils mit vereinfachenden Beispielen, die der Anschaulichkeit dienen sollen. Einige Beispiele werden anschließend erläutert, da sie auf ihren regelbedingten Kern reduziert wurden, um ihre zeitlichen Eigenschaften, im Unterschied zu den spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Größen, herauszustellen. Regeln und Beispiele geben nicht die Möglichkeiten wieder, die sich mit ihrer Ausführung ergeben. Dies gilt insbesondere für die bisher noch kaum bekannte funktionale Variante.

 

  1. 1. Die K1 differenziert sich in zwei Variationen, 1K1 und 2K Beide Variationen entfalten ihre eigentliche Wirkung nur in Verbindung mit einer Regel der K 2,: der 3K2

Mit der ersten Variation, 1K1, ergeben sich zwei Arten von Wirkungen, von denen eine ein Produkt ist.

Mit der zweiten Variation 2K1, ergeben sich zwei Arten von Wirkungen, von denen eine eine Konstruktion ist.

 

Zwei Beispiele für die 1K1:

Beispiel / prädikative Variante ( +1K1)[1]

Wenn es Neurone gibt, die auf Form-Merkmale reagieren (X = hat Vergangenheit), und dann, wenn es Neurone gibt, die auf Bewegung reagieren (Y = ist jetzt der Fall), dann gibt es auch Neurone, die auf Farb-Merkmale reagieren (Z= wird in der Zukunft existieren):

  1. Wirkung: Bildung eines Ensembles, erkennbar an zeitlicher (begrenzter) Bindung / Oszillation;
  2. Wirkung (in Verbindung mit 3K2): Produkt: interne Repräsentation und Wahrnehmung eines Objekts

Erläuterung: Es kann angenommen werden, dass die Unterscheidung von Hell-Dunkel-Kontrasten, die Formerkennung ermöglicht, sich als erste im visuellen System entwickelte, gefolgt vom Erkennen von Bewegungen. Das Farbensehen entwickelte sich im Laufe der Evolution dagegen sehr viel später.

Beispiel / funktionale Variante ( -1K1)

Wenn Unternehmensleitung (X), und dann, wenn kaufmännische Leitung (Z), dann auch Fertigung (Y)

1.Wirkung: Gründung einer wirtschaftlich selbständigen Organisationseinheit (Unternehmen, Firma, Betrieb)

  1. Wirkung (in Verbindung mit 3K2): Produktion firmenspezifischer Erzeugnisse

Erläuterung Die Gründung eines Unternehmens und dessen Leitung liegen zunächst in derselben Hand. Da diese Gründung in Kombination mit einer Fertigungsabteilung nur sinnvoll ist, wenn es auch eine kaufmännische Abteilung gibt, muss diese ebenfalls gegeben sein, damit die Produktion anlaufen kann.

Jede dieser Firmeneinheit lässt sich wieder, der Regel folgend, in kleinere Einheiten unterteilen.

Zwei Beispiele für die 2K1

Beispiel / prädikative Variante ( +2K1)

Wenn Stäbchen und Zapfen (X), und dann, wenn Bipolarzellen (Y), dann auch Ganglienzellen (Z)

1.Wirkung (neuronal): Konstruktion der Verschaltung der Zellen, die die Retina bilden.

2.Wirkung: (physikalisch)Funktionseinheit – Input-Output-Maschine

Erläuterung: Rezeptoren zur Umwandlung von Wellenlängen sind Voraussetzung für das Sehen. Bipolarzellen verbinden Stäbchen und Zapfen sowohl miteinander  als auch mit den Ganglienzellen: sie haben zudem Filtereigenschaften, verstärken oder hemmen elektrische Signale der Rezeptoren. Gemeinsam bilden alle drei Arten von Zellen eine Einheit, eine Konstruktion, mittels derer Lichtwellen, die zunächst Hornhaut (X), Linse (Y) und Glaskörper (Z) durchquert haben, in Nervenimpulse (Stäbchen und Zapfen) bzw. Aktionspotenziale (Ganglienzellen) umgewandelt werden.

  1. Beispiel /funktionale Variante -2K1

Wenn es einen Bauplan und Material gibt (X), und dann, wenn daraus ein Gebrauchsgegenstand hergestellt werden soll (Z), dann gibt es auch Werkzeug (Y)

  1. Wirkung: Konstruktion eines Gegenstandes
  2. Wirkung: Nutzbarkeit des Gegenstandes (Zweck)

 

  1. 2. Die drei Variationen der K2 entsprechen dem Schema, das gemeinhin als Ursache-Wirkungs-Beziehung bezeichnet wird. Das heißt, zwei Größen, X und Y, bilden gemeinsam die Ursache.

In allen K2 Variationen

 ist die Variable Z die Wirkung, die mit der Verbindung von X und Y erzeugt wird

– ist die in die Y-Variable eingesetzte Größe eine Kraft oder eine Form von Energie.

 

Die Unterteilung der K2 wurde willkürlich vorgenommen und erfolgte nach den Kriterien:

  1. a) X und Y, die die Ursache bilden, sind voneinander unabhängig : 1K2
  2. b) Y ist von X abhängig : 2K2
  3. c) X und Y bedingen sich wechselseitig : 3K2

 

1K2

Beispiel / prädikative Variante  +1K2:

Wenn (X) es ein Haus gibt, und dann, wenn (Y) ein Blitz in dieses Haus einschlägt, dann wird (Z) ein brennendes Haus die Folge sein

Beispiel /funktionale Variante -1K2 

Wenn (X) ein Glas Wasser auf einem Tisch stand und dann, wenn (Z) sich ein zerbrochenes Glas und Wasser auf dem Boden befinden, dann (Y) hat auch jemand das Glas vom Tisch gestoßen. (Wer war‘s?)

 

2K2

Beispiel/ prädikative Variante +2K2

Wenn (X) Durstgefühl empfunden wird, und dann, wenn (Y) Wasser getrunken wird, dann (Z) ist der Durst auch gelöscht.

2.Beispiel / funktionale Variante  -2K2

Wenn (X) ein Problem aufgetreten ist, und dann, wenn (Z) eine Vorstellung der Lösung vorhanden bzw. ihr Zweck evident ist, dann (Y) werden auch geeignete Lösungswege gesucht.

 

3K2

Beispiel / prädikative Variante +3K2

Wenn (X), lang- mittel- und kurzwelliges Licht auf die Netzhaut fällt, und dann, wenn (Y) Schließung der Ionenkanäle der Fotorezeptoren, dann auch (Z) Hyperpolarisation (Steigerung der Membranspannung der Zelle).

Beispiel: funktionale Variante -3K2                      

Wenn (X) RG-,SW- und GB-Zellen gegeben sind,  und dann, wenn (Z) eine „Produktion“ einer Farbe erfolgen wird /soll, dann (Y) wird/ wurde auch elektrische Energie zugeführt.

 

Kausale Prozesse schließen im allgemeinen aneinander an, verlaufen parallel, laufen zusammen bzw. vereinigen sich zu einem größeren Prozess unter Anwendung der einzelnen Regeln.

Die 1K1 , z. B beschreibt einen isolierten Prozess: Wenn (X) Gegenfarbenzelle(n), und dann, wenn (Y) MST-Zelle(n), dann auch orientierungsspezifische Zelle(n) (Z). Beschrieben wird damit  nur die neuronale Verbindung dreier spezifischer Nervenzell-Arten des Sehsystems, die ein Ensemble bilden können: X| (Gegenfarbenzelle(n), MST-Zelle(n), orientierungsspezifische Zelle(n) ). Für ihre zeitliche Bindung, mit der sie zu einem Ensemble werden, wird elektrische Energie benötigt: in Kombination mit der  3K2 ergibt sich mittels dieser Energie eine Wirkung, die andere Eigenschaften hat als die in die Variablen eingesetzten Größen:

Wenn X|((Gegenfarbenzelle(n), MST-Zelle(n), auch orientierungsspezifische Zelle(n))

und dann, wenn (Y) elektrische Energie, dann auch  (Z) Produktion der Repräsentation einer Farbe.

Das bedeutet, es ist möglich, dass aufgrund der Wechselwirkung zwischen den Zellen einerseits und der Reaktion der Zellen, z. B. der Indizierung ihrer zeitlich begrenzten Zusammengehörigkeit durch ein Schwingen in gleicher Phase andererseits, nicht mehr auszumachen sein kann, was nun Ursache und was Wirkung ist. Doch auch in diesem Fall besagt die Regel eindeutig, dass beide zusammen – physikalische Wechselwirkung und neuronale Reaktion – Ursache dessen sind, was sich als Wirkung ergibt: das elektrophysikalische Muster als interne Repräsentation der wahrgenommenen Farbe.

Dieser Prozess kann sich allerdings nur vollziehen, wenn mit der 2K1 die materiale Grundlage geschaffen wurde, um ihn zu gewährleisten. Am Beispiel der Arbeitsweise des Gehirns demonstriert: die neuronale Architektur unterliegt der 2K1, und über diese Verschaltungsarchitektur laufen die soeben beschriebenen Prozesse, die der 1K1 und der 3K2 unterliegen.

Das Ineinandergreifen der Regeln bildet in Kombination mit der Möglichkeit, Elemente zusammenzufassen, die – dauerhaft oder zeitlich begrenzt – gemeinsam die Bedingung einer Variablen erfüllen und die sich in eine Vielzahl kleinerer Prozesse zerlegen lassen, die Grundlage für die Komplexität und Vielfalt unserer Welt.

[1] Das Symbol + steht für prädikativ, das  Symbol – für funktional, s. auch die Grafik auf dem Titelblatt

 

5. Schlussbemerkungen

1.Kausalität als Regelwerk ist weitaus mehr als nur die Ursache-Wirkungs-Beziehung, als die sie nach bisherigem Verständnis gesehen wird. Sofern die Annahme zutrifft, sie könnte das Fundamentalgesetz sein, liefert sie mit den unveränderlichen Bedingungen der Grundregel  die Voraussetzungen für den Bau unseres Universums. Damit könnte sich der Kreis schließen, der mit den Vorsokratikern und mit der Frage des Aristoteles nach dem ersten „Weshalb“ begonnen hat. Die ontologische Erklärung der Kausalität als eines Fundamentalgesetzes in Form eines Regelwerks steht nicht im Widerspruch zu den bekannten Naturgesetzen, sondern bestätigt diese und könnte den Rahmen liefern für ein Universum „aus einem Guss“. Da sie für alle in ihre Variablen eingesetzten Größen die Eigenschaft fordert, zeitlich zu sein, ist diese Eigenschaft allen Dingen und Lebewesen im Universum mitgegeben.

2.Eine Formalisierung der Regeln ist unabdingbar. Ob für die mathematische Modellierung ein geeigneter Formalismus zur Verfügung steht, muss nun geprüft werden. Anderenfalls ist zu fordern, eine Mathematik der Abläufe zu entwickeln.

3.Die für Naturgesetze geforderte Bedingung, den Zusammenhang messbarer Größen zu beschreiben, kann das Regelwerk nicht erfüllen. Mit der Angabe messbarer Größen wäre nicht allein die Vielfalt der Möglichkeiten genommen, die wir in dieser Welt und in unserer  Wirklichkeit erleben. Es gäbe auch keine Entwicklung, die nicht vorhersagbar und linear wäre. Indem Kausalität nur vorschreibt, dass Ursachen Wirkungen (Konsequenzen, Folgen) haben müssen, hält sie mit der Variabilität in Bezug auf Anzahl, Eigenschaften und Modi für die in X und Y einsetzbaren  Größen alle Optionen offen.

4.Mit der Präsentation der Kausalität als Regelwerk kommt dem von Schwank entdeckten Gegensatzpaar prädikativ vs. funktional, das bisher nur im Zusammenhang mit dem menschlichem Denken untersucht wurde, ein ganz anderer Stellenwert zu. Die Ergänzung im Gegensatz, mit welcher das Andere als entgegengesetzter Teil nicht einfach nur ausgeschlossen wird, sondern eine notwendige, unabdingbare Voraussetzung der Existenz des Einen darstellt, findet ihren für uns vielleicht bedeutsamsten Ausdruck in der trennscharfen Unterscheidung zweier Arbeitsweisen beim menschlichen Gehirn. Die beiden Arbeitsweisen sind nicht aufeinander reduzierbar, weshalb die Präferenz für die prädikativ-logische Art menschlichen Denkens zu einer einseitigen Weltbeschreibung und Weltsicht führt. Indem die andere, funktional-logische Art unberücksichtigt geblieben ist, fehlt uns das tiefere Verständnis für die Zusammenhänge und Vorgänge in dieser Welt. Denn ein funktionales Vokabular zur Beschreibung von Prozessen und systemtheoretischen Zusammenhängen ist noch nicht vorhanden. Gerade auch im Hinblick für ein Verständnis komplexer Systeme, deren Prozesse ineinander fließen und in denen Ursachen und Wirkungen so stark miteinander verwoben sind, dass man sie in der funktionalen Art zwar simultan denken, aber eben nicht beschreiben kann, liefert die Kausalität als ein in zwei Varianten vorliegendes Naturgesetz das Konzept für eine umfassendere Weltbeschreibung.

5. Die genannten Variationen sind vermutlich ergänzungsbedürftig. Welche weiteren noch möglich sind, beispielsweise um den Alterungsprozess zu beschreiben, Klimaveränderungen oder soziologische Systeme, hängt von Untersuchungen ab, zu denen das Regelwerk die Grundlage bilden sollte.

 

 

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Harald Lesch in Alpha centauri: „Was sind Naturgesetze?“ / „Was ist Kausalität?“

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