Was nicht sein kann, weil’s nicht sein darf
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Was nicht sein kann, weil’s nicht sein darf

Eine Zeit lang wurde ich wiederholt gefragt, weshalb sich nicht verbreiten und bekannt machen lässt, dass ADHS keine Krankheit, sondern eine dem normalen Denken und Verhalten komplementäre Art sei. Meine Antwort, dass die Zeit dafür noch nicht reif sei, wurde mir entweder nicht abgenommen oder bestritten: Wenn doch  seit Jahren nach der Ursache der ADHS geforscht wird, wenn Eltern, Lehrer, Ärzte und viele Andere auf die Lösung des Problems warten – wie kann dann die Zeit für sie nicht reif sein? Das klingt doch absurd! Also, sagten sich viele Leute, ist an der Sache wahrscheinlich nichts dran.

Doch so einfach ist es nicht. Fragen wir mal anders herum: In welcher Zeit leben wir?

Darauf gibt es viele Antworten, die für unseren Fall hilfreichste ist aber diese: Wir leben in einer Zeit, in der alle Menschen gleich sind bzw. als gleich behandelt werden; in der alle Menschen die gleichen Rechte haben oder doch haben sollten; in der alle Menschen die gleichen Chancen haben oder doch haben sollten. Diese Forderung nach Gleichheit betrifft auch den Unterschied der Geschlechter. Weshalb es politisch nicht mehr korrekt ist, von Lehrern, von Teilnehmern, von Lesern zu sprechen und zu schreiben. Sondern nun muss es heißen und ist inzwischen auch üblich geworden zu schreiben: Lehrer und Lehrerinnen, TeilnehmerInnen, Leser/innen.

Die Forderung nach Gleichheit betrifft auch die Intelligenz. Zwar wird Hochbegabung inzwischen wieder gefördert, aber man beeilt sich, zu versichern, dass im Grunde in jedem Kind ein Genie schlummere.

Und justament in dieser Zeit, in der wir fordern und dabei sind, uns daran zu gewöhnen, dass alle Menschen gleich sind, stelle ich diese Behauptung auf:

ADHS ist keine Krankheit, und es gibt zwei geistige Geschlechter!

Die trennscharfe Unterscheidung zweier geistiger Geschlechter bedeutet, dass jede Gruppe etwas kann, das der anderen nicht möglich ist – wohlgemerkt: auf geistiger Ebene -, dass deshalb jede Gruppe ihre Existenzberechtigung hat, und dass die Kinder jeder der beiden Gruppen deshalb auf unterschiedliche Weise gefördert werden müssen, dass ihre Art, sich zu verhalten, anerkannt und akzeptiert werden soll – und dass ihre Art zu denken zu Ergebnissen führt, die der anderen Art verschlossen bleibt.

In einer Zeit, in der alle Menschen auf einer Ebene als gleiche versammelt sind, kann und darf es zwar solche geben, die aufgrund einer Störung oder einer Krankheit dem Gleichheitsprinzip nicht entsprechen. Dieses Anderssein darf sein, denn hier ist man gefordert, ihnen, die nicht gleich sind, zu helfen, sich an die Mehrheit anzupassen, um gleich zu werden. Doch nachdem unsere Gesellschaft es gerade geschafft hat, die Unterschiede zwischen den (physischen) Geschlechtern von der naturgegebenen Ebene, auf der über sie nicht verfügt werden kann, auf die kulturelle anzuheben, auf der sie verfügbar ist (man wird nicht als Frau geboren, sondern dazu gemacht), ist nicht zumutbar, eine zweite Art von Geschlechtlichkeit zur Kenntnis nehmen zu sollen. Die Behauptung, es gebe zwei geistige Geschlechter, kommt zur Unzeit. Weshalb  Menschen, die mit dem Kürzel ADHS etikettiert werden, nicht ebenfalls normal, sondern weiterhin krank oder gestört sein und deshalb behandelt werden müssen.

Es müsste halt das Kunststück gelingen, beides unter einen Hut zu bringen: die Forderung nach Gleichheit aller Menschen und die Anerkennung ihrer Ungleichheit in puncto ihres geistigen (und körperlichen) Geschlechts. Aber wann das der Fall sein wird, steht in den Sternen.

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